Glocken

Die ursprünglichen beiden Glocken stammen aus der Übergangszeit des Mittelalters zur Neuzeit. Die Kleinere wurde im 14. Jahrhundert gegossen und ist gekennzeichnet durch die Inschrift der vier Evangelisten in gotischen Majuskeln (Majuskelschrift, Großbuchstaben des Alphabets in bestimmter Form, z. B.              ).
Die Größere stammt aus dem Jahre 1596.
1911 wurde durch einen Gemeindebeschluss das Geläut durch Glocken der traditionsreichen Glockengießerei aus Apolda/Thüringen ersetzt. Die Aufstockung auf drei Glocken und der notwendige Austausch des morschen Holzglockenstuhles durch einen Glockenstuhl aus Stahl erforderte eine Verstärkung des Kirchenfundamentes, um die erhöhte Last dauerhaft tragen zu können.
Voraussetzung für den Austausch war der Erhalt der Kleineren der beiden alten Glocken. Diese wurde daher wegen des kunsthistorischen Wertes unter Wahrung der Eigentumsrechte dem städtischen Museum in Memmingen übergeben. Im folgenden August fand dann die feierliche Glockenweihe statt.
Während des Krieges mussten 1942 zwei Glocken zur Fertigung von Rüstungsgütern abgegeben werden, so dass nur noch eine Glocke im Turm verblieb. Da diese beiden Glocken nach dem Zweiten Weltkrieg vom „Glockenfriedhof“, der während der Zeit des Nationalsozialismus in Hamburg eingerichtet war, nicht mehr zurückkamen, mussten sie durch neue ersetzt werden.
In einem finanziellen Kraftakt wurde dann 1949 das Geläut wieder durch zwei Glocken ergänzt, die von der Glockengießerei Wolfart in Lauingen gegossen wurden.
Am 07. Mai 1949 wurden die Glocken eingeholt und einen Tag später am 08. Mai durch Dekan Emmert aus Memmingen geweiht.
Zu den Bildern: Zwei Bilder vom Glockenaufzug 1911, Ankunft und Aufzug der Glocken 1949, Reparaturarbeiten am Klöppel der großen Glocke im Jahre 2005